Rundschau Online
3. Juli 2008, 12:45
02.07.08, 15:17, Autor: Redaktion Vöcklabruck
FRANKENBURG/ Die Butter des Naturbauern ist die wohl beste Europas.Von Christine Steiner
Rundschau
"Je natürlicher desto besser" ist die Lebensphilosophie von Robert Strasser (41), der in Egg den Naturbauernhof bewirtschaftet. Mit Permakultur und ohne Einsatz von Düngemitteln. Es versteht sich von selbst, dass die 20 Schweine - lauter alte Rassen - im Freien leben und auf der Wiese herumtollen können.
Das war nicht immer so: Robert Strassers Vater setzte einst auf Milchwirtschaft.
Als er den Hof übernahm, verkaufte er Kühe und Milchkontigent und richtete mit dem Erlös eine Käserei ein. Er wollte sich ganz auf eine Sache konzentrieren. Die Milch, die er für seine Butter und seinen Käse braucht, kommt von zwei Partnerbetrieben in der Umgebung. Die Kühe werden dort auf der Weide gehalten und bekommen kein Silofutter.
Rund 100.000 Liter Rohmilch verarbeitet Strasser jährlich, daraus werden rund 2000 Kilo Butter und 8000 Kilo Käse, Bierkäse, Uhudler-Weinkäse und Graukäse - allsamt für ihre gute Qualität ausgezeichnet. Die Käseproduktion im Haus hat übrigens Tradition: Der Urgroßvater von Robert Strasser stellte bereits Käse her, der alte Steintrog im Keller wird immer noch benützt.
Testsieger bei "A la Carte"
Das erste Produkt, das Robert Strasser herstellte, war aber die Butter. Sie wurde nun ausgezeichnet: Der Gourmetführer "Al la Carte" kürte die Rohmilchbutter der Marke Landart zum Testsieger.
Verkostet wurden 31 verschiedene Butter aus ganz Europa, die in Österreich erhältlich sind. Auf Platz zwei: Die Schärdinger Teebutter, fein gesalzen. Platz drei machte die Bio-Ziegenbutter von Heirler. Erst auf Platz sechs: Die französische "Beurre d`Isigny extra-fin", eine der namhaftesten Buttersorten der Welt.
Die von Strasser produzierte Landart-Butter wird im Gourmetführer als "frisch, rahmig mild, leicht" und mit "Weide-Geschmack" beschrieben.Und was ist das Geheimnis des Erfolgs? "Es ist nicht alleine mein Verdient", meint Strasser. Es beginne bei einer guten Milch. "Die Kuh soll sie gemütlich herbrigen können - man soll nicht das letzte aus ihr herausquetschen", erklärt Strasser, dass Stress schlecht für die Qualität ist.
Milch mit Potential
Mit einer "Milch, die Potential hat", könne er weiterarbeiten. Das meiste wird in Handarbeit gemacht. Wichtig sei, sich "hineinzufühlen", zum Beispiel bei der Abstimmung der Milchsäurekulturen, die die Milch haltbarer und geschmacklich besser machen.
Produziert wird die Butter hauptsächlich für die Gastronomie und für Feinkostläden. Erhältlich ist sie aber auch am Vöcklabrucker Wochenmarkt (Stand von Miejeski), im Bauernladen sowie in Strassers Hofladen. Geöffnet ist der Hofladen Dienstags ab 16 Uhr und Mittwoch und Freitag vormittag.